solarwave
mit dem Solar-Katamaran um die Welt - wir sind die ersten!
zur Projekt-Homepage >>

Newslatter 12.9.2009

Liebe Freunde von Solarwave!

Ich weiß, der letzte Newsletter ist
schon ein paar Tage her. Ich habe nicht vergessen drauf - jetzt ist es
so weit - es gibt neue Fotos und erfreuliche Neuigkeiten.

Details dazu findet ihr auf der Website! www.solarwave.at

Liebe Grüße, Michael und Heike
 

Newsletter 31.7.2009

Liebe Freunde von Solarwave!


Also jetzt geht wirklich was weiter!
Die beiden Rümpfe sind schon seit ein paar Wochen fertig, das Brückendeck hat auch schon seine endgültige Form, überall sind schon die Böden drin - das Boot würde bereits schwimmen! Die Schotten und Trennwände sind alle laminiert, die Werft bastelt an der Inneneinrichtung. Wir beschäftigen uns nach wie vor mit Pressearbeit, Details des Innendesigns, elektrischer Konfiguration, Abstimmung zwischen Motor und Propeller, Verlegen von Kabeln und Schläuchen, die 3 elektrischen WCs und die Fäkalientanks werden eingebaut, auch an den Beibooten wird noch heftig geschraubt und optimiert.


In der letzten Zeit waren wir recht medienpräsent, mehrere Interviews, Zeitungsartikel .... auch der "Palstek" - wohl Deutschlands bestes nautisches Fachmagazin - wird unser Projekt vorstellen.

Und wie immer gibt es auf www.solarwave.at noch viel mehr zu Lesen!


Mit besten Grüßen, Michael Köhler und Heike Patzelt




Kontakt:
Mag. Michael Köhler
Tel: +43 (0)664 3570570
mail to: mkoehler64@yahoo.de


Homepages:
www.solarwave.at
www.die2abenteurer.com
 

Rümpfe sind fertig 28.6.09

Beim Solarwave-Katamaran sind die Rümpfe fertiggestellt, der Innenausbau beginnt. Gleichzeitig laufen die Testreihen der Ausrüstung an. Die meisten Komponenten wurden bereits angeliefert und werden in den nächsten Tagen eingebaut. Wenn Sie auf dem neuesten Stand gehalten werden möchten, tragen Sie sich bitte auf www.solarwave.at in das Newsletter-Abo ein.
 

Wieder in Österreich - news von Solarwave 9.3.09

In der Karibik haben wir uns über das schlechte Wetter beklagt, oft bewölkt, nicht wirklich warm - es ist ja schließlich auch dort Winter. Nun wissen wir, es war besser als in Österreich.
Das Projekt Solarwave schreitet zügig voran, auf der Tullner Messe konnten wir einige neue Kooperationspartner gewinnen, das Boot ist bereits in Bau und wir beginnen mit der Detailplanung.

Näheres demnächst auf www.solarwave.at
 

Santa Domingo 26.2.09

Nachdem wir einen Teil der Insel bereist hatten, war gestern die hauptstadt dran. Für eine 4-Millionen-Einwohner-Stadt hatten wir uns schon ein wenig gepflegte Plätze und Gebäude erwartet. Leider. Ziemlich schmutzig, verwahrlost, die Altstadt im Kolonialstil glänzt zwar durch etliche perfekt restaurierte Bauten aus vergangenen Jahrhunderten, dazwischen muss man sich aber durch dreckige Gassen mit Müllbergen und fürchterlichen Bauruinen kämpfen. Schade. Aber sehr freundliche Menschen, hilfsbereit und immer guter Laune.
Fotos: Kolumbus vor der Kathedrale und Kabelgewirr in der Altstadt von Santa Domingo
 

Boca Chica - Dom.Rep - 18.2.09

Nachdem wir eine ruhige Nacht in einer geschützten Bucht
nach unserer turbulenten Passage zwischen Puerto Rico und der Dom.Rep.
verbracht hatten, sind wir bei herrlichem Segelwind mit 7-8 kt nach La Romana
gefahren. Ein dreckiger Hafen, eine doch ganz nette Stadt. Wir mussten
einklarieren und den Bb-Motor reparieren. Eine große Welle hatte offenbar über
den Auspuff den Motor geflutet. Er drehte sich nicht mehr. Eine sofortige Reparatur
erweckte ihn aber wieder zum Leben. Manfred, ein deutscher Einhandsegler und
ausgebildeter Mechaniker verdiente sich ein dringend notwendiges Zubrot und uns
war auch geholfen. Am Donnerstag meinte er, „morgen läuft der Motor“. Am Freitag
sagte er dasselbe. Am Samstag ging es sich nicht mehr aus – „morgen um 10 läuft
er“ – am Sonntag um 15 Uhr war es dann so weit, er qualmte und sprang an. Der
Kolben war fest, Manfred hat den Motor ausgebaut und komplett zerlegt, Kolben
gezogen, alles gereinigt und überprüft und wieder eingebaut. Das braucht seine
Zeit.
Die Tage vergingen schleppend, aber mit vielen neuen
Eindrücken. Wir standen unmittelbar neben dem Gefängnis – Emissionen der
besonderen Art drangen aus diesem Gebäude. Frauen die mir zuriefen „hallo
Hübscher, komm zu mir“, Heike bekam Angebote von den Soldaten,
Gesangesdarbietungen in der Nacht, laute Reggaemusik, die Abwässer – Dusche und
WC, die vom etwas über der Mole liegenden Gefängnis den Fels herunter über die
Mole ins Hafenbecken liefen bis hin zu Essensresten und Müll, die auf die
Hafenmole geworfen wurden. Ein toller Platz um seine Ferien zu verbringen. Aber
wir haben ja nicht Ferien, deshalb haben wir eifrig Fotos gemacht, von den
„Damen“ hinter Gittern, dem Müll, den Fäkalien die in Bächen rinnen und den uns
bewachenden schwer bewaffneten Soldaten der Kriegsmarine.
Ein Laptop hat offenbar doch den Sturz vom Tisch in den
Keller nicht überlebt, den wollten wir reparieren lassen – ein Video von der
abenteuerlichen „Taxifahrt“ zu dritt auf einem Moped seht ihr in unserem
Vortrag.
Wir sind am Sonntag dann gleich abgefahren aus diesem
idyllischen Hafen und raus zu einer vorgelagerten Insel. Paradies pur.
Palmenstrände, Korallen und ein paar Touristen. Liegestühle für angeblich über 2000
– nur vielleicht 20 waren belegt. Sehr freundliche Locals, wir konnten
entspannen und weiter arbeiten – Fotos vom Strand, Unterwasseraufnahmen vom
Seadoo, der uns immer mehr Spass macht, Wäsche waschen, Boot Grundreinigung –
man kann sich nicht vorstellen wie die Two Fast innen und außen mit Öl und
Diesel verschmiert war – Manfred hat sich vorsichtshalber überall festgehalten
– nun ist sie wieder sauber. Zusätzlich wurden wir ja auf der Überfahrt "gepökelt" - das Salzwasser war überall eingedrungen, bis ins Bett.

Am Dienstag sind wir über San Pedro de Macori nach Boca Chica gefahren, Wind aus ca. 340° - Nord-Nord-Ost! Kein Wunder, wenn wir segeln wollen kommt der Wind fast immer von vorne! Wie auch immer, gut angekommen, keine Welle und schöne Geschwingigkeiten gesegelt. Sehr freundliche Menschen hier, ziemlich touristisch aufgebaut, aber wenige Touristen viel bitter arme Menschen, bettelnde Kinder und bettelnde abgewirtschaftete Damen des ehenmaligen horizontalen ..... viel Schmutz, wohin man sieht.
Die Marina in der wir das Boot lassen ist zwar nicht billig, aber ok, sehr schön und gepflegt.
Auf den Fotos seht ihr unseren Liegeplatzu in La Romana - Blick vom Boot auf das Gefängnis, darunter der Sturzbach mit Fäkalien und den Gegenschuß vom Hef´n zum Boot.


Liebe Grüße, Heike und Michael
 

Sturmfahrt von Puerto Rico in die Dom.Rep. 14.2.09

Mona Island ist eine kleine Insel in der Mitte zwischen Puerto Rico (PR) und der Dominikanischen Republik – viel Fels, Riffe, einige Traumstände.
Aber von Anfang an: während der letzten Tage in PR war das Wetter nicht wirklich erfreulich, bewölkt, Regen, kein Wind. Das hat sich auch bis Boqueron im Westen der Insel nicht geändert, auch dort sintflutartige Regengüsse über etliche Stunden. Am Montag bei der Überfahrt nach Mona Island war uns Neptun nicht wohl gesonnen – nun gut, das Boot schwimmt und wir sind bis auf völlige mentale und körperliche Erschöpfung unversehrt. Gestartet sind wir um 3 Uhr morgens, null Wind, Vollmond, gute Sicht, bis fast sieben Uhr sind wir motort. Dann 3-4 Beaufort, 3-4 Knoten Fahrt und 3-4 m Wellen. Das heißt, schlagende Segel, so genannter Speibkurs. Der Wind wurde mit der Zeit stärker, die Wellen höher, auch unsere Geschwindigkeit – teilweise bis über 7 Knoten. Genau der richtige Zeitpunkt, für das WC, um seinen Geist aufzugeben. Nach einem großen Geschäft löste sich die Mutter, die den Kolben an der Pumpstange hält. Der erfahrene Leser weiß
bereits – Pumpe zerlegen – mit Füllung! Ich weiß nicht welcher böse Geist der Dienstbeflissenheit mich dazu brachte, das gleich an Ort und Stelle und nicht erst in ruhigem Wasser zu erledigen. Ich erspare euch die Details, 2 Stutgeron-Tabletten und mehrere Pausen waren nötig. Das WC funktioniert wieder.
Dann näherten wir uns Mona Island – wie wir jetzt retrospektiv folgern können, die SO Strömung mit 2 Knoten und der NO Wind haben sich vor der Insel getroffen und für „interessante“ Wellenformationen gesorgt, westlich hinter der Insel ist die Strömung herum und auf die von vorne gestoßen – plötzlich hatten wir 2 Knoten Gegenströmung – und die passenden Wellen gegen Strom auch. Wer so was kennt, der weiß, wovon ich spreche. Den anderen zur Erklärung: vier Kinder in einem Planschbecken und ein Tischtennisball – wir waren der Tischtennisball. Wir hatten bereits das Prozedere abgesprochen was zu tun ist, wenn der Mast von oben kommt, wir konnten uns nicht mehr vorstellen, dass die Wanten diese unglaublichen Beschleunigungen und bodenlose Stürze in alle Richtungen und Schläge aushalten können. Nach einer Stunde war der Spuk vorbei. Die Einfahrt in den unbetonnten Riffhafen auf Mona fanden wir nicht, gingen in einer südlicheren Bucht
vor Anker, sehr schwellig, enorme Brecher über den Riffen. Mit dem Dinghy  sind wir die weite Strecke zurück gefahren um das Terrain zu sondieren. Nachdem wir die Riffpassage gefunden hatten (nicht markiert, ca. 30 m breit, links und rechts brechen sich die Wellen auf den aus dem Wasser ragenden Steinen), haben wir die Two Fast geholt und sind im gebremsten Surf durch die karibische Riffdurchfahrt in eine Lagune mit sagenhaft schönen Farben eingelaufen. Leider währte der Genuss nur kurz, wieder kamen Wolken und die Farben waren weg, alles grau in grau. Die Wellen sind geblieben.
Der nächste Tag war besser, wir haben Jäger kennen gelernt die in diesem Naturschutzgebiet für nur 10 Dollar pro Tag wilde Ziegen und Wildschweine fangen! Im Dezember sind nur Pfeil und Bogen erlaubt, Jänner bis März darf man Gewehre benutzen – oder sie mit der Hand fangen, was wesentlich sportlicher ist. Diese Insel, entfernter Außenposten der USA, ist Anlaufpunkt für Immigranten aus Cuba und der Dom.Rep. Viele Menschen wagen jedes Jahr diese gefährliche Passage gegen Wind, Wellen und Strömung in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Wir sehen einen Einbaum, mit dem eine 8-köpfige Familie es geschafft hat. Die Boote derer, die es nicht geschafft haben, findet man Monate später in Mittelamerika …..
Mittwoch, wir fahren um 7 Uhr mit erstem Tageslicht durch die Riffpassage, werden vom Wind mit 25 Knoten begrüßt. 1.Reff, der Ritt beginnt, binnen kurzer Zeit weht es mit 35 Knoten, wir gehen bei beiden Segeln ins 3.Reff, die Wellen erreichen abenteuerliche 5 Meter, sie beginnen zu brechen. Mehrmals steigen Seen ins Cockpit. Ausgeprägte Schaumstreifen in Windrichtung, die Wellenkämme brechen in breiten Fronten. Wir haben längst Schwimmwesten angelegt und die Epirb ist ebenso wie die Grab-bag (Notfall-Box) griffbereit. Plötzlich baut sich neben uns eine gewaltige See auf. Auf unserem Steuerstand ist man mit der Augenhöhe genau 3 m über dem Wasser, die Welle an Steuerbord ist mindestens 3-4 Meter höher, senkrecht steht sie für einen Augenblick über uns, dann bricht sie tosend auf unser Bimini und uns herunter. Heike sieht zum ersten Mal in ihrem Leben grünes Wasser – keine Gischt, wir schauen direkt in die Welle hinein, als sie uns
überrollt. Ein unvergesslicher Anblick, auf dem man jedoch gerne verzichten könnte. Wir krallen uns mit aller Kraft an den Handläufen fest, Sekunden später tauchen wir wieder auf und halten beide Ausschau, ob der andere noch da ist, oder von der ungeheuren Wucht, mit der uns die Wassermassen getroffen haben, fortgespült wurde. Das Boot schwimmt noch, wir sind beide noch im Cockpit, völlig durchnässt und verdattert sehen wir einander an, was war das jetzt? Im Cockpit steht noch das Wasser, neben mit blitzt es, die Epirb (Emergency Position Indicating Radio Beacon - SOS-Notsender über Satellit) hat sich selbsttätig aktiviert, weil sie so tief unter Wasser war. Sie sendet unsere Position als Notsignal über Satelliten an Land. Wir sind jetzt ein Seenotfall, der SAR (Save And Rescue) – Hubschrauber müsste eigentlich aufsteigen und wenige Minuten später bei uns sein. Abschalten können wir das Signal nicht, das ist nicht vorgesehen.
Funkverbindung zum Land bekommen wir keine, keine Möglichkeit zu entwarnen. Ehrlich gesagt gefällt uns in diesem Moment der Gedanke, dass da bereits jemand unterwegs ist und im Standby wartet, ob bei uns alles gut geht. .Ich weiß nicht, wie viele Wellen dieser Art das Boot übersteht, bevor es umkippt. Auf dieser Route fahren nur sehr selten Boote, kein guter Platz für einen Notfall!
Alles ist durch die Gegend gepurzelt, der Inhalt des Gemüse-Netzes schwimmt im Cockpit, der Salon – nur durch das Fenster besehen, die Türe können wir noch nicht öffnen, noch steht das Wasser im Cockpit – ist verwüstet. Egal, aufräumen können wir später. Weiter in Richtung Punta Cana. Ohne Vorwarnung wird der Bildschirm des Plotters schwarz – auch das noch – mehrere Startversuche fruchten nicht, er bleibt schwarz. Na prima, bei diesem Wetter ohne Landsicht in einem völlig unbekannten Gewässer, gespickt mit Riffen – ohne Plotter. Wir haben ja noch die Seekarte, ein Hand-GPS und können navigieren. Wir haben ja noch die Karte, vom letzten bekannten Ort müssen wir weiter koppeln, Kurs abstecken. Mit 4 Stücken aus dem Bleigurt beschwert liegt die Karte am Cockpittisch. Wir steuern von Hand, dem Autopiloten wollen wir das nicht zumuten. Die nächste Welle lässt nicht auf sich warten, mit einem Schwall spült sie erst die Karte vom
Tisch, dann nimmt sie der Wind mit in die aufgewühlte See – auch Neptun will wissen wo wir hinfahren. Aber wir haben ja noch eine letzte Reserve – den Laptop. Wo ist er? Gerade eben stand er noch am Tisch, wo er immer steht, selbst bei schwerem Wetter. Auch am Boden ist er nicht, er liegt 4 Stufen tiefer im „Keller“, am Boden des Backbord-Rumpfes – offen, noch immer laufend! Zwischen Colaflaschen, dem Seadoo-Scooter, Handtüchern, Büchern, Rosmarin, Zwiebeln und Kartoffeln, Kamera, Objektiven und viel Wasser – das hoffentlich aus der Schüssel mit den frischen Kräutern stammt, die vorher noch in der Spüle stand. Unglaublich, der alte IBM, er lebt noch! Position eingetragen, Peilung Punta Cana – 14 Meilen noch. Da auf unserem Navigationsprogramm CMap4 dieser Hafen nicht im Detail eingezeichnet ist, versuche ich per Funk den Hafenkapitän zu erreichen. Die genaue Position der Einfahrt haben wir, aber bei 5-6 m Welle, die in die
Riffdurchfahrt steht ….? Ich erreiche ihn und teile ihm auch mit, dass sich unsere Epirb aktiviert hat, wir sie nicht abschalten können, keine Seenot besteht, wir aber Hilfe bei der Einfahrt benötigen. Seit über einer Stunde ist die Seenotbake aktiviert, und er wusste nicht einmal etwas von dem Notfall – wir waren sprachlos. Inzwischen sind wir nur noch 7 Meilen entfernt. Er verspricht, in 40 min ein Boot hinaus zu schicken, das uns voran fahren wird. „Danke! Kann ich mich darauf verlassen?“, frage ich noch. „Natürlich, in 40 min an der angegebenen Position“. Über Satellitentelefon alarmiere ich zwischenzeitlich einen Freund, der über Internet einen deutschen Tauchschulbesitzer in Punta Cana ausfindig macht, telefonisch erreicht und ihm die Situation schildert. Der sagt uns, bei 35 Knoten ist die Einfahrt gesperrt, Grundseen machen eine Passage unmöglich. Der Hafenkapitän will trotzdem ein Boot schicken, das uns in einen weiter
südlich gelegenen Hafen geleitet. Wir sind zur angegebenen Zeit am vereinbarten Ort, niemand da. Bei diesen Verhältnissen im nur mehr 20 m tiefen Wasser können wir nicht lange warten. Weitere 35 Meilen entfernt ist die erste geschützte Bucht, die wir bei diesen Verhältnissen anlaufen können. Es hilft nichts, wir haben keine Wahl. Wir halsen, haben den Wind nun von Bb-achtern. Nicht unbedingt einfacher, der Wind hat immer noch über 30 Knoten, wir machen immer noch 8-10 Knoten Fahrt, die Wellen sind höher und ausgeprägter geworden, teilweise bis 7 Meter hoch, zig Meter lange Kämme brechen in breiten Schaumstreifen. Ein Stoßgebet kann nicht schaden. Von der Seite möchte ich keine Welle mehr bekommen, also habe  ich die Wahl, die richtig großen entweder von achtern oder von vorne zu bekommen. Da ich nicht ausprobieren möchte, ab welcher Wellenhöhe unser Kat über den Bug kentert, entscheide ich mich für´s anluven. Mit der Zeit bekommt man
ein Auge dafür, wann eine Welle „reif“ ist zu brechen. Anfangs ist sie rund, wird höher, steiler immer steiler, bis sie sich für einen Augenblick lang steil und regungslos aufbäumt, um dann vorne über zu brechen. Viele Male beobachten wir dieses Schauspiel unmittelbar vor, neben und hinter uns – und sind jedes Mal heilfroh, dass wir gerade nicht dort waren. Aber ein paar Mal erwischt es uns dann doch. „Uuuupps, das geht sich nicht mehr aus, festhalten Schatzi!“ Ich drehe das Ruder so schnell ich kann, zeige der Welle meinen Bug, tosend krachen uns mehrere Tonnen auf das Vordeck und schießen über das Salondach ins Cockpit. Das haben wir schon früher öfters ausprobiert, ist nicht angenehm, aber es funktioniert. Mehrere Male wiederholt sich diese Tortur für Mannschaft und Boot. Jede halbe Stunde mache ich einen Ort mit Hand-GPS, trage ihn in die elektronische Seekarte am Laptop ein,  die 35 Meilen ziehen sich unglaublich, obwohl wir
trotz drittem Reff ständig über 8 Knoten Fahrt machen – aber leider mit über einem Knoten Gegenstrom. Als wir um 5 Uhr abends in großem Respektabstand das Flach östlich von Saona Island an Steuerbord hinter uns lassen und mit einer letzten Halse in ruhigeres Wasser einfahren, fällt uns ein Stein vom Herzen. Die letzten beiden Stunden fahren wir mit noch immer beachtlicher achterlicher, aber nicht mehr brechender See mit über 10 Knoten im Schnitt, im Surf über 14,15, 16 Knoten auf Westkurs um die Insel herum. Eine Hand haben wir bereits frei für eine Cola-Rum zur Feier, dass wir dieses Inferno gut überstanden haben. Kurz vor Sonnenuntergang laufen wir in einem paradiesischen Ankerplatz ein. Dass sich der Anker auch beim 2. Versuch im felsigen Grund nicht eingräbt, ist uns egal, wir setzen entgegen unserer sonstigen Gewohnheit einen Zweitanker, legen 50 Meter Kette bei 1,8m Tiefe und fallen völlig erschöpft ins Bett.
 

Noch immer in Amiland!

Keine Angst, es gibt keine Probleme. Wir haben nur um ein
paar Tage verlängert, weil wir hinter Gilligans Island sehr nette Deutsche
kennen gelernt haben, die schon seit über 10 Jahren dort wohnen. Sie haben uns
diesen Teil der Insel näher gebracht, uns Stellen gezeigt, wo wir Geier, Reiher
und Tropic Birds fotografieren konnten. Wir haben frühmorgens im ersten
Tageslicht weite Wanderungen zu entfernten Aussichtspunkten der Küste entlang
unternommen, sehr schön und gut warm.
Die Entscheidung noch einen und noch einen Tag zu bleiben
erleichtert hat uns die Tatsache, dass es entweder null Wind oder aus der falschen
Richtung (Westen) gegeben hat. Gestern sind wir nach La Parguera, das Venedig
Puerto Ricos gekommen, sintflutartiger Regen über Stunden, obwohl es hier sonst
wochenlang nicht regnet. Wenn Engel reisen …
Heute, nachdem ich um 6 Uhr mit einem Fischer hinausgefahren
bin und er uns danach noch sein Haus gezeigt und von seinem Leben erzählt hat –
er heißt Froilein Lopez – weil sich sein Vater eine Tochter (a german „Fräulein“)
gewünscht hat – sind wir um 10 nach Boqueron aufgebrochen. Hippieort wie im
Prospekt, Harleys und Buggies und die dazupassenden Fahrer an jeder Ecke, praktisch
nur Bars und Souvenirläden – und Austern – alle paar Meter stehen sie da und
schlürfen ….
Morgen um 4 fahren wir nach Mona Island – in der Mitte nach
Dom.Rep.


Bei Solarwave git es schon wieder erfreuliche Neuigkeiten, die ihr im März dann erfährt.


Liebe Grüße, Heike und Michael
 

Loblied und Neuigkeiten von den Kooperationspartnern

Heute ist es an der Zeit einmal ein Loblied auf unsere Ausrüstung zu
singen. Warum? Weil unser Boot immer besser wird. Wir spüren jedes Kilo,
das weniger an Bord ist. Konsequent wird entsorgt oder mit nach Hause genommen,
was nicht benötigt wird. Sie gleitet über die Wellen, dass es eine
Freude ist. Gestern und heute sind wir bei herrlichem raumem Wind von
ca. 20 Knoten im Schnitt 8 Knoten gefahren, immer wieder ins Surfen
gekommen, wunderschönes Segeln, wie wir es bisher viel zu selten erlebt
hatten - die treuen Leser unserer Zeilen werden ja unser Problem mit dem
Wind, der immer aus der falschen Richtung weht, kennen.
Bis auf den defekten und dann den nicht passenden Impeller sowie
kleinere elektrische Wehwehchen - Lichtmaschine lädt nicht (Wackler am
Erregerkabel) - defekter Motorraumlüfter (Ersatzteil war vorrätig) -
defekter Mastrutscher (vorrätig) läuft sie wie noch nie. Genug, man soll
sie nicht zu viel loben!
Auf unserer Website - die sich erstaunlicher Beliebtheit erfreut - über
1000 Klicks im ersten Monat! - gehen die meisten Besucher weiter zur
Seite "Mitsegeln" - was uns sehr freut! Es sind auch schon einige
Anfragen reingekommen zum Thema "Begleitboot der ersten autarken
Weltumrundung" - deshalb hier ein paar Zeilen: die Twofast wird
teilweise neben dem Solarwave-Boot fahren, teilweise werden sich die
Boote trennen, weil die Twofast neue Gäste aufnimmt, die Solarwave aber
weiterfährt. Da es ja ein Rekord werden soll, wollen wir ja nicht
unnötig Zeit in einem Hafen vertun. Da anzunehmen ist, dass die Twofast
die schnellere Durchschnittsgeschwingigkeit fahren kann (letztlich auch
durch die Dieselmotoren) werden sich die beiden kurz darauf wieder
treffen. Also ist ein "gemeinsames Reisen" durchaus gegeben. Es wird
auch immer möglich sein, das Boot kurzfristig zu wechseln - dafür haben
wir ja unsere Beiboote. Es wird ab kein Abschleppen oder auch keine Form
der "Energieübergabe" stattfinden, die Solarwave wird völlig autark,
ohne Fremdenergie die Welt umrunden.
Es wird immer wieder Zeit zum Baden oder Schnorcheln bleiben, wir
wollen nicht um die Welt rasen, sondern auch die Natur genießen - aber
eben nicht Zeit sinnlos vergeuden.

Bereits für das Solarwave-Projekt haben wir bei der Fa. Kern-Sport unter
dem Motto "energieeffiziente und umweltschonende Fortbewegung" einen
Seadoo Unterwasserscooter bestellt - ein tolles Ding. Weil ich
neugierig war und nicht bis zum Herbst warten wollte, habe ich ihn
bereits jetzt mitgenommen um ihn auszuprobieren. Das geht so: man hält
sich mit beiden Händen an Griffen fest, drückt den Hebel, ein großer
Propeller der sicher in einem Käfig läuft dreht sich und schon
gleitet man mit 5 kmh batteriebetrieben durchs Wasser. Beim Scnorcheln
kann man auch bei stärkerer Strömung, die sonst ein kräfteraubendes
Paddeln erfordern würde, mühelos über einem Riff bleiben und die Fische
beobachten oder sich sogar gegen die Strömung ziehen lassen.
Kinderleicht zu lenken, praktisch in der Handhabung. Eine echte
Sensation jedoch ist das Ding unter Wasser. Jede Bewegung kostet Energie
- was sich beim Tauchen durch frühzeitigen Luftmangel bemerkbar macht -
man muss auftauchen und nach Luft schnappen. Nicht mit dem Seadoo - man
neigt den Seadoo nach unten, Luft anhalten, abwärts gehts - kurz ein
Druckausgleich, noch 2 Meter weiter abwärts, Druckausgleich und weiter,
schon ist man ohne jede Anstrengung auf 5,6 Metern Tiefe, kann die
Rifffische beobachten, in Höhlen hineinschauen, sich beinahe so frei
bewegen wie ein Fisch oder wie mit einer Pressluftflasche, weil man - je
nach Trainingszustand - 1 bis 2 Minuten Zeit hat bis man wieder
luftholen muss. Wesentlich länger als sonst, weil man sich ja nicht
bewegen musste! Eine tolle Ergänzung, ein absoluter Genußgewinn! 90
Minuten kann man so schnorcheln und Tauchen, dann muss der Seadoo wieder
an die Steckdose.

Unsere Vorbereitungen für das Solarwave-Projekt laufen auch hier weiter
auf Hochtouren. www.skipperland.de hat uns mitgeteilt, dass unser Beiboot
(Fun 295) zur Auslieferung bereit ist, auch der Biber-E-Motor
(von www.auzinger.at), der das Beiboot antreiben wird, wurde verbessert,
er hat nunmehr 13KW. Bereits im April wollen wir erste Testfahrten
unternehmen um den Propeller abzustimmen - wir hoffen, über 30 Knoten zu fahren!

Zur umweltschonenden Bewegung an Land werden uns 2 leichte
High-Tech-Fahrräder von www.strida.com um die Welt begleiten.
Scheibenbremsen, intelligenter Klappmechanismus, Alu und - keine Kette!
Keine schmierigen Hosen, kein Rost ..... ein Zahnriemen machts möglich.

Damit wir für alle, die unser Projekt mitverfolgen wollen, immer sichtbar
sind, werden wir von www.datamatix.at ein satellitengestützes Positionsgerät
mit haben, das unsere momentane Position an unsere Homepage übermittelt.

Es kommen jede Woche neue Kooperationspartner dazu - der Betreuer
userer Website (Mag. Tom Puchner von www.meeresschule.at) ist derzeit
auf Urlaub und wir sind in Puerto Rico um Fotos für die nächsten Vorträge
zu machen, deshalb tut sich auf der Solarwave-Homepage recht wenig,
aber im Hintergrund wird heftigst gearbeitet und das Projekt macht
große Schritte vorwärts!

Bis bald! Heike und Michael
 

Fotos von den Spanish Virgin Islands und Puerto Rico

Seit ca. 2 Wochen sind wir in Puerto Rico - deshalb vorab ein paar Bilder - die Besten allerdings seht ihr im Vortrag. Liebe Grüße, Heike und Michael
 
Seite 1 von 2
Powered by MMS Blog